Andreas Gurol steht an seiner 2017 angeschafften 5-Achs-CNC »Profit H350« von Format4 und fertigt eine aufgesattelte, zweimal um ein Viertel gewendelte Eichenholztreppe. Für diese Treppe hat er zunächst den Kunden besucht, vor Ort mit Meterstab und Wasserwaage Aufmaß genommen, sie dann mit der Treppensoftware Compass konstruiert, ein Angebot erstellt und die Auftragsfreigabe abgewartet. Jetzt liegen alle Stücklisten und CNC-Programme im Werkstattnetzwerk bereit. Früher hat er dann noch das Holz für die Stufen, Wangen und Pfosten ausgehobelt und verleimt.
Die Maschinen dafür stehen zwar noch bereit, kommen aber nur noch gelegentlich zum Einsatz. Wegen des Fachkräftemangels kauft der Tischlermeister in der Regel Leimholzplatten zu. Wie diese Platten aufzuteilen sind, errechnet das Nesting-Modul von Compass. Für die Wangen und Stufen liegen jetzt auch schon Rechteckzuschnitte vor der CNC bereit. Meistens entfallen auf ein Rechteck zwei trapezförmige, gegeneinander verdrehte Stufen.
Andreas braucht nur noch eine Position nach der anderen abzuarbeiten. Er ruft das Programm einer Treppenstufe auf, positioniert mit Bildschirm- und Laserunterstützung Traversen und Sauger und legt das Rohteil auf. Mit einem Bleistift zeichnet er die Laserprojektion der Stufenkontur grob nach und schneidet, bevor er das Programm ausführen lässt, die Stufe auf der Bandsäge vor. Dazu sagt er: »Diesen Arbeitsschritt könnte ich mir auch sparen, jedoch nimmt er der Maschine viel Zerspanungsarbeit ab, sodass es dann insgesamt schneller läuft.« Andreas Gurol hat seine auf Schreinerei Neuenburger Holzwerkstätten Gurol (NHG) 2013 im friesischen Zetel-Neuenburg gegründet und sich auf Massivholz und vor allem Treppen spezialisiert.
50 handwerkliche Treppen im Jahr
Mit sechs Mitarbeitern fertigt er jährlich rund 50 Treppen. 2017 entschloss er sich, die alte 4-Achs-CNC, mit viel zu kurzem Tisch gegen eine moderne 5-Achs-Maschine auszutauschen.
Carsten Roß von Felder, der regelmäßig vorbeischaut, erarbeitete für die längste Profit H350 eine Maschinenkonfiguration mit Laserassistent für die Sauger und einem Projektor für die Werkstückkontur. Das entsprach genau der Arbeitsweise, die sich Andreas Gurol wünschte. Dann ging alles schnell: Felder/Format4 lieferte die Maschine, Compass und der Spezialist für Laserprojektion Z-Laser halfen, alles ans Laufen zu bringen. Es folgte eine Woche Schulung in der Felder-Niederlassung im westfälischen Greven. Seitdem läuft die Maschine ohne größere Störungen oder Ausfälle.
Deutlicher Schritt nach vorn
Andreas Gurol sagt: »Die H350 hat uns mit ihrem langen Tisch und den 5 Achsen vorangebracht. Sie kann und erledigt alles, was der Markt fordert.«