Abrichte und Dickte laufen gleichzeitig auf dem Manufakturhof Alsenz in Alsenz in der Pfalz. Produktionsleiter Horst Hebel fügt geradegebogene und parallel geschnittene Fassdauben auf der Abrichte. Die beiden Geschäftsführer bedienen die Dickte, Michael Messinger (Betriebsleiter) steckt die Dauben hinein und Rüdiger Gries (Vertrieb und Finanzen) nimmt sie entgegen.
In der 1000 m² großen Werkstatt tut sich aber noch mehr, Iryna Hnechka kümmert sich um den Nachschub mit Fassdauben. Auf ihrem Tisch liegt ein auf Rollen drehbares, ausgedientes Rotweinfass. Mit einem Hammer und einem kleinen Meißel schlägt sie die Fassreifen seitlich weg, bis sie sich lösen. Danach stapelt sie die vereinzelten Fassdauben und die Deckel auf Rollwagen. Auch im Bankraum herrscht reger Betrieb. In der Mitte steht ein riesiger Tisch, an dem mehrere Menschen arbeiten, einer baut eine Sperrholzkiste für eine große Weinflasche mit Schiebedeckel zusammen, ein anderer verleimt gehobelte Fassdauben auf einer »Multipresse« zu Holzplatten.
Möbel aus Fassdauben
Interessantes tut sich auch in der zweiten Halle. Hier befindet sich etwas versteckt hinter einem Holzlager das eigentliche Herzstück des Betriebs. Es besteht aus einem Dämpfkessel, einer uralten Dreispindelfurnierpresse, einem kleinen Vakuumholztrockner von Kronseder sowie einer selbstgebauten, klimatisierten Konditionierkammer.
Das versteckte Herzstück
Der Dämpfkessel erwärmt und plastifiziert die krummen Fassdauben, die Presse biegt sie zurück in die plane Form, die sie vor ihrem Dasein als Teil eines Holzfasses mal hatten. Danach durchlaufen die Dauben das Programm im Vakuumtrockner. Damit das Holz langfristig die gerade Form beibehält, konditioniert es in der Kammer.
Nun gelangen die konditionierten Dauben zur Mayer-Plattensäge, erhalten jeweils einen Besäum- und Parallelschnitt. Aus diesem Material fertigt die Schreinerei dann Tischplatten, Möbel, Gestellmöbel oder Accessoires. Neben den Daubenholzprodukten befasst sich der Manufakturhof auch noch mit ganz normalen Möbelschreinerarbeiten und baut auch mal eine klassische Einbauküche.
Vielseitiges Führungsteam
Rüdiger Gries arbeitete 29 Jahre lang als Steuerberater und kaufte das Inventar des verstorbenen Erfinders der Fassdaubenmöbel. Sein Ziel war es, rund um das Thema Wein unter der Marke »Vinligna« ein hochwertiges Angebot an Möbeln, Gastronomieeinrichtungen und Accessoires zu produzieren und zu vermarkten. Er fragte Michael Messinger, ob er als Partner mitmacht. Vorher hatte er nämlich eine Schreinerlehre begonnen, aber wieder abgebrochen. Sein Ausbilder war Michael Messinger. In Alsenz fanden sie eine passende Immobilie. Die alten Maschinen tauschten sie gegen neue von Format4 und Mayer aus, weil Messinger bereits als Geselle mit seiner ersten Felder-Formatkreissäge sehr zufrieden war.
Marke und Technik mit Zukunft
Rüdiger Gries sagt: »Die Marke Vinligna stößt am Markt auf positive Resonanz, das spornt uns an.« Und Michael Messinger ergänzt: »Auch die Produktion haben wir trotz einiger schwieriger Prozesse im Griff. Mit der Felder Group als Generalausstatter für die Maschinen und die Absaugung sind wir hervorragend aufgestellt.«