Quadrat P entwickelt und realisiert auf gut 1000 m2 Produktionsfläche Innenausstattungen für Gastronomie und Kinos. Die Umsetzung erfolgt dabei komplett inhouse. Gründer und Inhaber Philipp Blender (36): „Wir sind Profis in den Bereichen Tischlerei, Licht- und Soundinstallation und haben eine eigene Metallverarbeitung an Bord. Auch individuelle Lichtkonzepte setzen wir mit unserem eigenen Steuerungsbau hard- und softwareseitig selber um.“ Zu den Kunden zählt beispielsweise die Enchilada-Gruppe, für die die Münsteraner europaweit viele Restaurants realisieren. Auch beim Kino-Design ist das Unternehmen europaweit eine Top-Adresse.
Gegründet hat Blender sein Unternehmen 2006. Sein erster Mitarbeiter war Benedikt Pier (34), der fürs 3D-Design zuständig ist. Dann kam Christoph Stöppelmann (39) ins Team. Er kümmert sich um Fertigungsvorbereitung und Technik. Im Gespräch mit den Dreien bekomme ich offene Einblicke in ein Unternehmen, das spannende neue Wege geht.
„Der Mensch ist das Wichtigste“
Seit 2020 ist Quadrat P am heutigen Standort und die Teamgröße hat sich seitdem auf beachtliche 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdreifacht, darunter vier Auszubildende. Blender: „Ich brenne dafür, im eigenen Unternehmen auszubilden“. Die Azubis verdienen deutlich über Tarif und profitieren von weiteren Benefits. Ebenso wie alle anderen Kolleginnen und Kollegen bekommen sie einen Firmenwagen samt Tankkarte. Auch Frühstück und Getränke gehen auf Firmenkosten.
Ebenso interessant: In der Schreinerei gibt es keine Löhne, sondern nur Gehälter. Wer jetzt denkt, dass das Arbeitszeiten bis zum Abwinken bedeutet, irrt. „Bei uns gibt es keine Überstunden“. Natürlich gebe es beispielsweise auf Montage immer auch mal 10-Stunden-Tage. Aber diese Mehrzeit werde dann im Nachgang wieder abgebaut. Philipp Blender: „Der Mensch ist das Wichtigste. Verheizen geht gar nicht.“
Teamentwicklung: Besserwerden mit System
Fehler zu machen gehöre in den Augen von Philipp Blender, Benedikt Pier und Christoph Stöppelmann bei einem hohem Grad von Eigenverantwortung immer dazu. Damit aber die selben oder ähnliche Fehler nicht mehrfach passieren und daraus gelernt wird, trifft sich das komplette Team jeden Montag um 7:00 Uhr im Pausenraum. Stöppelmann: „Da tauschen wir uns dann immer offen und auf Augenhöhe aus. Wenn es Probleme gibt, sollen das alle mitbekommen. Nur so lernt das Team.“
Konsequent auf Digitalisierungskurs
Quadrat P ist vom Aufmaß bis zur Montage fast papierlos unterwegs. Alle Auftragsinfos stehen in der Projektmanagement-Software Trello zur Verfügung und werden dort sehr konsequent gepflegt. Philipp Blender: Dieses Tool ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Unternehmens. Nach dem Motto „Wer A sagt, muss auch B sagen“, haben alle Teammitglieder ein iPhone und ein iPad.
Kunden bekommen standardmäßig eine beeindruckende 3D-Visualisierung, die Benedikt Pier mit Cinema 4D erstellt. Kommt es zum Auftrag, erfolgt das digitale Aufmaß mit Flexijet 3D. Philipp Blender bringt vom Vor-Ort-Termin stets alles in 3D mit und legt es in Trello ab. Auf dieser Basis werden die Aufträge dann detailliert ausgearbeitet: Konstruktion in AutoCAD und Übergabe zu F4 Design, dem Möbelgenerator der Felder Group. Von dort aus werden die Aufträge an die ebenfalls Felder-eigene CNC-Software F4 Integrate übergeben, wo die Nestingprogramme und weitere CNC-Bearbeitungen generiert werden.
Moderne Technik, vertrauensvolle Technologiepartnerschaft
2021 investierte Quadrat P in eine Nesting-Lager-Kombination, bestehend aus einer 4-Achs-Nesting-CNC Format4 Profit H100 und einem Barbaric-Lager CSF. Seit Mai 2023 ist zudem eine vollausgestattete Kantenanleimmaschine Format4 Tempora F600 60.06L mit GlueBox-Technologie im Einsatz. Die GlueBox bringt einen dünnen PUR-Klebestreifen von der Rolle zwischen die Kante und das Werkstück und verschmilzt die beiden Komponenten miteinander. Durch die Wärmeaktivierung des Klebers wird eine optimale Haftung und Klebewirkung erreicht. Die Technologie macht ein Leimbecken und die damit verbundene Pflege überflüssig. Auf der Maschine sind in den ersten Monaten bereits mehr als 5000 lfm Kanten mit dem PUR-Kleber von der Rolle angefahren worden. Die Fugenqualität ist top. Zudem verfügt die Tempora über ein mit wenigen Handgriffen einwechselbares Schmelzklebebecken, das problemlos im Wechselbetrieb mit der GlueBox betrieben werden kann.
Seit 2015 besteht eine sehr vertrauensvolle Technologiepartnerschaft mit der Grevener Niederlassung der Felder Group. Philipp Blender und seine Kollegen freuen sich: „Die Zusammenarbeit mit Felder ist immer vertrauensvoll und konstruktiv. Wir schätzen die Kompetenz und den direkten Draht sehr. Schließlich sind wir mit und auch durch Felder erfolgreich groß geworden.“