Franz Ahollinger (37) realisiert mit seinem elfköpfigen Team, darunter fünf Schreinermeister, auf rund 1600 m2 bestes Schreinerhandwerk mit höchsten Ansprüchen an Qualität und Funktionalität. Der Schreinermeister und Bachelor of Business Administration and Economics (BWL) hat den vom Urgroßvater im Jahr 1925 gegründeten Betrieb vor rund zwei Jahren von seinem Vater Franz übernommen, der ebenso wie auch seine Mutter Hannelore noch immer unterstützend aktiv ist.
Das Motto des Schreinermeisters: „Wir produzieren so viel wie möglich selber in unserer Schreinerei.“ Ein Großteil der Aufträge kommt von zahlungskräftiger privater Kundschaft. Das sind beispielsweise komplette Einrichtungen für exklusive Chalets, hochwertige Küchen sowie regelmäßig auch anspruchsvolle Einrichtungen für Arztpraxen inklusive Empfangstresen. Was die Schreinerei in der Regel nicht selber produziert, sind Fenster und Treppen. Sehr wichtig ist Franz Ahollinger, dass er immer für seine Kundschaft erreichbar ist – auch samstags und sonntags.
Sein Schreinerteam beherrscht sowohl die Plattenbearbeitung als auch die Verarbeitung von Massivholz und Furnier. Entsprechend vielseitig und leistungsstark ist auch der Maschinenpark. Hinzu
kommt eine sehr ausgeprägte Oberflächenkompetenz. Ein Mitarbeiter kümmert sich ausschließlich um das hochwertige Finish der überaus exklusiven Möbel- und Innenausbau-Unikate.
Engagiertes und kompetentes Schreinerteam
Franz Ahollinger weiß um die Kompetenzen seines Teams: „Wir sind von jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter abhängig. Alle haben unverzichtbaren Anteil an unserem gemeinsamen Erfolg und tragen zum Ergebnis bei.“ Vor eineinhalb Jahren hat Ahollinger die 4-Tage-Woche im Betrieb eingeführt, freitags hat das Team frei. „Das kommt super bei den Kolleginnen und Kollegen an.“ Der Chef selber ist natürlich trotzdem am Start. Seine Schwerpunkte sind die Beratung, Planung und die Erstellung der Werkpläne im 2D-CAD.
Workflow: Weniger Digitalisierung ist mehr
Sind die Werkpläne fertig, folgt ein Workflow, der ganz bewusst nicht bis ins Letzte durchdigitalisiert ist, sondern die Kompetenzen des Schreinerteams fördert und auch fordert: Der Chef bespricht die Werkpläne mit seinem langjährigen Werkstattmeister, der dann seinerseits auf deren Basis die Arbeitsvorbereitung macht. Zum einen ist das die Erstellung der Stücklisten in Excel. Zum anderen erstellt er die Programme für das 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum, eine Format4 Profit H350. Dazu nutzt er die Format4-CNC-Software
F4 Integrate. Wenn Franz Ahollinger das Aufmaß mit dem 3D-System von SL-Laser erstellt hat, lassen sich die Daten auch im DXF-Format für die Programmierung nutzen. Nach der maschinellen Bearbeitung werden alle Möbel und Einrichtungen in der Werkstatt komplett auf- bzw. zusammengebaut. Erst danach wird geschliffen und lackiert.
Plattenzuschnitt: Performance trifft Präzision
Jüngste Investition – neben einer 5-Achs-CNC – ist eine Plattenaufteilsäge Mayer Kappa Automatic 80. Die Traditionsmarke Mayer gehört zur österreichischen Felder Group. Mit ihr wird das Premiumsegment im Bereich des Plattenzuschnitts bedient. Die Maschine bietet eine Schnittlänge von 3200 mm, der Sägeblattüberstand beträgt 77 mm. Die Säge verfügt über einen großen 24’’-TFT Bildschirm und hat einen Etikettendrucker an Bord. Auf dem PC ist die Zuschnittoptimierung Ardis installiert. Diese importiert die angesprochenen Excel-Stücklisten und generiert daraus auf Knopfdruck die optimierten Zuschnittpläne. Das „Greenline Paket“ mit gesteuerten Absaugschiebern und Ansteuerung der Motoren kann den Energiebedarf um bis zu 30 % senken. Deswegen hat Ahollinger bei der Investition Fördergelder erhalten. Die komplette Abwicklung hat die Felder Group übernommen. Ahollinger schätzt die Technologiepartnerschaft mit dem Ausstellungszentrum der Felder Group in Wörth a. d. Donau. Seit Jahren fühlt er sich von Niederlassungsleiter Arthur Siedenburg und seinem Team bestens beraten.
Langfristig handwerkliche Spitzenleistung abliefern
Franz Ahollinger, der auch dem Vorstand der Schreinerinnung Passau angehört, setzt nicht zwangsläufig auf unbedingtes Wachstum. Ihm ist es wichtig, mit aktueller Maschinentechnik den technologischen Standard zu halten. Sein Hauptziel ist es, seinen besonderen, anspruchsvollen Kundenkreis langfristig zu halten und hier weiterhin mit handwerklicher Spitzenleistung von der Planung bis zur Umsetzung zu punkten. Ahollinger: „Darum sind wir auch immer auf der Suche nach motivierten und zuverlässigen Mitarbeitern.“