Ich habe selten eine so gut strukturierte und organisierte Werkstatt gesehen wie die der Schreinerei Gratzer. Auf kompakten 500 m2 findet sich ein beachtlicher Maschinenpark und es scheint, als habe wirklich alles seinen festen Platz – vom Topfband über Werkzeuge und Handmaschinen bis hin zum Gehörschutz.
Schreinermeister Johannes Gratzer, der den 1997 von ihm gegründeten Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Anja (ebenfalls Schreinermeisterin und zudem Betriebswirtin des Handwerks) führt: „Ordnung, Ergonomie und System sind uns sehr wichtig. Wir haben zwar eine Vier-Tage-Woche, aber an jedem ersten Freitag im Monat ist ‚Werkstattfreitag‘. Dann pflegen wir unsere Maschinen, machen sauber, bilden uns fort oder arbeiten gemeinsam an kleinen und größeren Optimierungsprojekten.“ Wenn er ‚wir‘ sagt, dann heißt das: Alle drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
(inklusive Azubi) sowie Johannes und Anja Gratzer selber. Beide arbeiten übrigens auch sonst voll in der Werkstatt mit.
Wenn der Schreinermeister von seinem Team spricht, merkt man gleich: Hier geht‘s familiär zu. Alle kennen sich gut und lange und schätzen sich. Johannes Gratzer: „Wir alle kommunizieren hier auf Augenhöhe und können uns immer aufeinander verlassen.“
Selbstbewusste Allrounder
Die Schreinerei macht nahezu alles, was ansteht – und zwar überwiegend für Privatkunden: Möbel, Treppen, Innenausbauten oder auch mal einen aus dem Leim gegangenen Stuhl reparieren. Gratzer erzählt mir, dass die Auftragsbücher sehr voll seien, es gebe jede Menge zu tun. Dabei fokussiert man sich vorzugsweise auf einen Umkreis bis etwa 10 km. Werbung macht Gratzer keine, die Empfehlungen zufriedener Kunden sorgen für reichlich Arbeit und Aufträge. Johannes Gratzer: „Preisverhandlungen gibt es bei uns nicht. Das würde ja bedeuten, dass wir vorher draufschlagen, was wir am Ende nachlassen.“
Flexible Technik für alle Fälle
Fertigungstechnisch ist die Schreinerei sowohl für die Platten- als auch die Furnier- und Massivholzbearbeitung bestens gerüstet. Dafür sorgt neben einem guten Team der durchdachte Mix aus leistungsstarken Standardmaschinen und einem CNC-Bearbeitungszentrum.
Als vor sechs Jahren die Investition in eine neue Kantenanleimmaschine anstand, kam erstmals der Kontakt zur Felder Group zustande. Der hat bei Johannes und Anja Gratzer einen so guten und professionellen Eindruck hinterlassen, dass sich daraus eine sehr enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit entwickelte. Es folgten weitere Investitionen in Maschinen der Felder Group: Formatkreissäge Fomat4 Kappa 590 X-Motion (beidseitig schwenkbar), kombinierte Abricht-Dicken-Hobelmaschine Format4 Dual 51 mit Silent-Power-Welle, Breitbandschleifmaschine Felder FW 1102 sowie schließlich ein CNC-Bearbeitungszentrum des Typs Format4 Profit H 200 R.
Auch softwareseitig setzt Gratzer auf Produkte der Felder Group. Geplant wird mit Format4 Platinum als CAD-System, die Anbindung des Bearbeitungszentrums erfolgt mit der CNC-Software F4 Integrate. „Funktioniert alles super und unkompliziert“, freut sich der engagierte Schreinermeister.
Johannes Gratzer ist Vorstandsmitglied der Schreinerinnung München. In diesem Zusammenhang gibt er auch TSM-Lehrgänge.
Höflich, pünktlich, zuverlässig
Anja und Johannes Gratzer und ihr Team starten jeden Morgen um 7:00 Uhr im Vesperraum bei einem Kaffee gemeinsam in den Tag. „Dieses Ritual ist wichtig: Wir besprechen dabei alles, was an dem Tag ansteht und organisiert werden muss oder was darüber hinaus wichtig ist. So sind immer alle bestens informiert. Und wenn es mal nichts zu besprechen gibt, lassen wir uns einfach nur den gemeinsamen Kaffee schmecken“, erzählt mir der Schreinermeister.
Als ich Johannes Gratzer frage, welche Herausforderungen er für die Zukunft sieht, entgegnet er sofort: „Die Bürokratie macht uns Handwerkern extrem zu schaffen. Das kann und darf so nicht weitergehen. Und natürlich ist es wichtig, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Dafür tun wir hier sehr viel. Ansonsten leben wir unsere Werte nach innen wie nach außen: Wir sind höflich, pünktlich und zuverlässig.“