Nach 25 Jahren hatte die gute alte Winkelanlage der Tischlerei Müller in Duderstadt endgültig ausgedient. Um sich hier zukunftsfähig aufzustellen, hat das Unternehmen 2025 in ein modernes CNC-Bearbeitungszentrum für die automatisierte Einzelteil-Komplettbearbeitung investiert. Im Duo mit einer ebenfalls neuen 5-Achs-CNC und einem modernen Kehlautomaten sind fertigungstechnisch kaum mehr Grenzen gesetzt.
Das Unternehmen produziert mit seinen 46 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Fenster und Türen aus Kunststoff (wichtigstes Standbein), Holz und Holz-Alu. Ergänzend bietet Müller jedes denkbare Zubehör an: Rollläden, Sonnen- und Insektenschutz, Sicherheitstechnik, Fensterläden u. v. a. m. Die Montage erfolgt ausschließlich über eigene Teams. Das komplette, breite Produktspektrum präsentiert Müller in einer überaus attraktiven und toll gestalteten, 600 m² großen Ausstellung.
Einen inzwischen eher geringen Anteil macht über den Bauelemente-Bereich hinaus noch der individuelle Möbel- und Innenausbau aus.
Zwei Generationen, ein gemeinsames Ziel
Bei meinem Werkstattbesuch gaben mir Inhaber und Geschäftsführer Herbert Müller, seine Tochter Janika Wüstefeld und ihr Ehemann Thorsten Wüstefeld Einblicke in ihre aktuellen Aktivitäten. Allem voran ist hier die neu konzipierte Holzfensterproduktion zu nennen. Deren technologisches Herzstück ist seit Mitte 2025 eine CNC-Anlage vom Typ Just 3500 aus dem Hause Saomad by Format 4. Beratung, Vertrieb und Konzeption erfolgten durch bzw. in sehr enger Zusammenarbeit mit den Spezialisten der Felder Group und dem österreichischen Werkzeughersteller Aigner. Herbert Müller hebt hier die hohe und vor allem lösungsorientierte Beratungskompetenz hervor.
Gemeinsam mit der 4-Achs Fenster-CNC investierte Müller noch in ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum vom Typ Format4 Profit H350. Abgerundet wurde das Investitionspaket durch den Hobel- und Kehlautomaten
Futura P.Max, der ebenfalls von der Felder Group geliefert wurde.
Mit diesem Maschinentrio gibt es praktisch keine Einschränkungen, was Formen und Ausführungen auch anspruchsvoller Fensterkonstruktionen angeht – in diesem Segment ist Müller nämlich überwiegend unterwegs.
Auf dem Weg zu hoher Durchgängigkeit
Softwareseitig setzt Müller auf 3E. Für die Bearbeitung auf der Saomad-CNC werden die Konstruktionsdaten aus 3E an das CAD/CAM-System DDX übergeben und für die Komplettbearbeitung in fertige CNC-Programme übersetzt. Diese stehen dann an der Maschine für die automatisierte Bearbeitung zur Verfügung.
Runde, segmentbogenförmige oder anderweitig speziell geformte Fensterteile werden auf der Format4 Profit H350 bearbeitet. Hier erfolgt die CNC-Programmerstellung direkt in der Felder-CAM-Software auf Basis der DXF-Daten aus 3E.
Werksleiter Thorsten Wüstefeld: „Wir sind auf einem guten Weg. Die Holzfensterproduktion läuft mit hoher Datendurchgängigkeit. Aktuell geht es um diese Durchgängigkeit auch bei der Produktion von Hebe-Schiebe-Türen. Ein weiteres Ziel ist die Herstellung von Holz-Alu-Fenstern. Auch hier sind wir schon recht weit und werden mit Gutmann zusammenarbeiten.“ Bei Beschlägen setzt das Unternehmen seit 50 Jahren auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Maco.
Weichen für die Zukunft gestellt
Aktuell verfügt der Fensterbauer über eine Produktionskapazität von rund 20 Fenstereinheiten pro Schicht. Die Saomad Just 3500 kann über längere Zeiträume mannlos arbeiten. Während dieser Zeit kann der Maschinenbediener die zuvor bearbeiteten Einzelteile zu Flügeln und Rahmen zusammenschrauben.
Unterm Strich, da sind sich Herbert Müller, Janika und Thorsten Wüstefeld einig, hat der Fensterbauer die technologischen Weichen erfolgreich gestellt. Erklärtes Ziel sei es, den Bereich der Holzfensterproduktion in Zukunft weiter spürbar auszubauen.
Erste Effekte sind vielversprechend und zeigen, dass man in Duderstadt auf dem richtigen Weg ist: Die Performance sei spürbar gestiegen und – noch wichtiger – auch in Sachen Flexibilität habe man bereits ein neues Level erreicht, auch wenn es natürlich weiterhin Luft nach oben gebe.