Es ist gerade mal gut zwei Jahre her, dass wir der Stuttgarter Schreinerei einen Werkstattbesuch abgestattet haben. Damals im Fokus: Die neu angeschaffte Nesting-CNC Profit H80 samt Kantenanleimmaschine Tempora F800 von Format4. Mit dieser Investition hat die Schreinerei einen komplett neuen Workflow etabliert und diesen auch technologisch bemerkenswert durchgängig organisiert.
Nach diesem ersten großen Schritt in Richtung Zukunft hat Miriam Prewo mit ihrem sehr engagierten Schreinerteam jetzt nochmal eine ordentliche Schippe draufgelegt und weiter in moderne Technik investiert. Seit Spätherbst 2024 ergänzt eine 5-Achs-CNC Format4 Profit H350 den Maschinenpark und erweitert die technologischen Möglichkeiten ganz erheblich.
Hochwertiger Möbel- und Innenausbau
Miriam Prewo führt den Betrieb seit 2012 in vierter Generation. Die Schreinerin und Innenarchitektin plant und produziert mit ihrem Team hochwertige Küchen, Möbel und Innenausbauten. Neben privaten Auftraggebern werden regelmäßig beispielsweise auch Praxen oder Kanzleien realisiert. Oft übernimmt die Schreinerei auch die komplette gewerkeübergreifende Koordination.
Miriam Prewo erstellt 3D-Präsentationen (PaletteCAD) und darüber hinaus auch sämtliche 2D-Installationspläne für andere Gewerke. Und sie ist immer die Ansprechpartnerin für Kunden, kümmert sich um die Bereiche Beratung und Verkauf. Prewos rechte Hand ist Betriebsleiter Hans-Georg Paepcke. Der Schreinermeister und Betriebswirt des Handwerks ist seit inzwischen 13 Jahren an Bord. Er kümmert sich um die komplette technische Arbeitsvorbereitung inkl. aller Programmierungen, den Einkauf, Terminierungen etc. Zudem koordiniert er das siebenköpfige Werkstatt-Team, darunter einen Azubi und drei Gesellen, die ebenfalls die Lehre bei Prewo gemacht haben. „Wir bilden sehr gerne und gut aus“, betont die Chefin. „Und wir alle hier bei Prewo brennen für unseren Beruf.“
Durchgängiges Datenmanagement
Paepcke ist Technikfreak und Perfektionist. Geht nicht, gibts bei ihm nicht. Extrem durchdacht und effizient organisiert er die Daten und Workflows so, dass AV und Fertigung annähernd nahtlos vernetzt sind.
Miriam Prewo und er sind sich einig: „Wichtig ist es uns, dass wir stets selber den Prozess im Griff haben und jederzeit eingreifen sowie gestalten können.“ Dazu trage auch ein selbst auf Access-Basis programmiertes Branchenprogramm bei, das sehr komplex ist und 2D-Teile mit allen technischen Infos sowie auch die CNC-Erst- und -Zweitbearbeitungen enthält, so Hans-Georg Paepcke. Dabei ist die Software eng mit den CAD/CAM-Programmen der Felder Group verzahnt, in denen die Nesting- und weiteren CNC-Bearbeitungen programmiert werden.
5-Achs-CNC eröffnet neue Horizonte
Mit der 5-Achs-CNC Format4 Profit H350 hat die Schreinerei ihre technologischen Möglichkeiten nochmals auf ein neues Level gehoben.
Dass es wieder eine Maschine von Felder wurde, war für Miriam Prewo und Hans-Georg Paepcke klar. „Wir passen einfach gut zueinander und pflegen einen stets offenen und konstruktiven Austausch. Außerdem ist der Service immer top.“
Die CNC-Maschine ist umfassend ausgestattet. Der 12-fach-Linearwechsler links am Maschinenständer bietet auch die Möglichkeit, bis zu drei Aggregate einzulagern. Hinzu kommen zwei mitfahrende Pick-up-Werkzeugplätze.
Für eine intuitive und komfortable Bedienung sorgt die Touch-Steuerung am 24’’-Bildschirm. An Bord sind unter einer intuitiven Benutzeroberfläche das Werkzeugarchiv (F4Toolbox), der Programmierbereich (CAM und CAD, F4Create) sowie die Bedienoberfläche der Maschine (F4Operate). Die Maschinenfunktionen werden grafisch übersichtlich dargestellt und lassen sich per Touch einfach steuern.
Zu den Highlights der 5-Achs-CNC zählt die einfache und schnelle Sauger- und Konsolenpositionierung mit LightPos. Dabei zeigen LEDs die Saugergröße, -position, -ausrichtung sowie auch die Konsolenpositionen exakt an. Durch ein ausgeklügeltes Farbmanagement werden jeder Saugertyp und seine Ausrichtung in definierten Farben dargestellt. RGB-LEDs auf der X-Achse informieren über den Bearbeitungsstatus, LEDs entlang der X- und Y-Achse visualisieren die Werkstückposition und -dimension.
Viel geschafft und noch viel vor
Technologisch hat die Schreinerei in den vergangenen Jahren kräftig Gas gegeben und ist sehr gut ausgestattet. Miriam Prewo kann sich vorstellen, in einigen Jahren die Nesting-CNC um ein automatisches Plattenlager zu erweitern. Zunächst aber liege der Fokus auf der Um- und Neugestaltung der Ausstellung.
Der engagierten Chefin liegt es sehr am Herzen, den Schreinerberuf in der gesellschaftlichen Wahrnehmung aufzuwerten: „Es soll als sehr cool empfunden werden, Schreiner zu sein. Dafür legen wir bei Prewo uns auf jeden Fall mächtig ins Zeug!“