Christoph Müller steht in der Schreinerei Staege in Gaildorf bei Schwäbisch Hall an der Breitbandschleifmaschine. Gestern hat er hier noch sägefurnierte Flächen bearbeitet. Mit Körnung 24 auf dem Querband hat er ihnen den gewünschten Rough-Cut-Effekt gegeben – quer zur Maserung verlaufende Schleifspuren, die an die Bearbeitung mit der Bandsäge erinnern.
Heute ist Lackschliff angesagt. Dafür muss Christoph Müller die Maschine umrüsten. Das 24er Querband wandert zurück in den Schubkastenschrank, der am Auslauf der Maschine gleichzeitig als Tischverlängerung dient. Stattdessen greift er zu einem 320er-Band, legt es um die drei Umlenkrollen und spannt es pneumatisch.
Für das Längsaggregat holt er ebenfalls ein 400er-Schleifband aus dem Bandspeicher, der an Drahtseilen unter der Decke hängt. Per Fernbedienung fährt der Schreinermeister das Lager herunter und tauscht das 150er Band gegen das 400er. Er klipst die selbst gebaute Einführhilfe magnetisch an die Kontakt- und Feinschliffwalze.
Der keilförmige Multiplexklotz lässt das Schleifband auf dem Weg auf die obere Walze alle Ecken und Kanten leicht überwinden. Christoph Müller, technischer Geschäftsführer der Schreinerei Staege, führt das Band ein und spannt es.
Am Touchscreen wählt er das Programm »Lackschliff«. Die Maschine bringt die Aggregate automatisch auf die hinterlegten Werte. Die Kalibrierwalze, das Quer- und das Längsaggregat sowie die Reinigungsbürste fahren in Position. Die werden entsprechend eingestellt. Die Geschwindigkeiten der Schleifbänder und des Vorschubs laufen nach Programm.
Jetzt kommt der Lackschliff
Christoph Müller misst noch die Dicke des Werkstücks mit der Schieblehre und stellt die Maschine zwei Zehntel Millimeter knapper ein. Dann lässt er die erste weiß grundierte und gefüllerte Front durchlaufen. Ein prüfender Blick, die Hand fährt über die Oberfläche: Passt. Nun schleift er die komplette Kommission mit mehr als 50 Fronten.
Breit aufgestellt
Die Schreinerei Staege sitzt in Gaildorf im Landkreis Schwäbisch Hall, Hohenlohe. Gegründet hat Matthias Staege den Betrieb 2015; seit 2020 arbeitet er am heutigen Standort. Matthias Staege ist alleiniger Gesellschafter und kümmert sich vor allen Dingen um die kaufmännische Seite, Kunden und Aufträge. Schreinermeister Christoph Müller ist als Geschäftsführer für die Bereiche Fertigung, Werkstatt und Technik zuständig.
Auf 800 Quadratmetern fertigt Staege mit sieben Mitarbeitern hochwertigen Innenausbau und Möbel. Die Kunden kommen aus Deutschland und Europa. Die Entscheidung für die Findustry fiel letztes Jahr bei einem Auftrag über 40 laufende Meter Schrankfront mit tiefmatten Lackfronten. Weil sich bei solchen Oberflächen selbst kleinste Unebenheiten zeigen, stieß die alte Bütfering mit nur einer Walze beim Lackschliff an ihre Grenzen.
Obwohl die Schreinerei schon länger über eine neue Breitbandschleifmaschine nachgedacht hatte, gab dieser Auftrag den Ausschlag. Staege kaufte kurzentschlossen eine Ausstellungsmaschine bei Felder in Bretzfeld. Gleichzeitig ersetzte die Schreinerei ihre betagte Kantenanleimmaschine – die neue passte gerade noch an ihren Platz im unteren Fach des liegenden Plattenregals.
Gut angelaufen
Christoph Müller sagt: »Die Abwicklung mit Felder lief unkompliziert, und die Maschine war schnell bei uns. Natürlich braucht es bei einer neuen Maschine etwas Zeit, bis man sich eingearbeitet hat. Inzwischen sind die Abläufe aber eingespielt, und wir kommen sehr gut mit ihr zurecht.« Matthias Staege ergänzt: »Die Förderprogramme für Energieeffizienz haben uns die Investition in die Breitbandschleif- und die Kantenanleimmaschine zusätzlich erleichtert. Felder hat uns bei der Antragstellung gut unterstützt.«