Die Schreinerei plant und produziert seit Januar 2024 in einem neuen Firmengebäude in Heiligkreuzsteinach, rund 25 km nordöstlich von Heidelberg im Odenwald gelegen, auf einer Fläche von insgesamt rund 850 m². Die helle, lichtdurchflutete Werkstatt bietet dem Schreinerteam ein sehr attraktives Umfeld für ebenso kreatives wie auch motiviertes Arbeiten. Und genau darauf legt Inhaber Dieter Hornung (64) auch allergrößten Wert.
Das Team des Schreiner- und Parkettlegermeisters ist in den vergangenen sieben Jahren kräftig von drei auf elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewachsen – darunter zwei weitere Schreinermeister und auch drei Auszubildende. Dieter Hornungs Lebensgefährtin Vera Karthaus kümmert sich um die vielen administrativen Aufgaben.
Das Portfolio der Schreinerei ist sehr vielfältig. Zum einen agiert das Unternehmen als leistungsstarker und überaus vielseitiger Zulieferer. Auf der Kundenliste stehen Anbieter von Behindertengeräten, Volumenkörpern für Boulder-Anlagen oder auch Pfefferstreuern. Hornung und sein Team verstehen sich als Spezialisten sowohl für die computergesteuerte Serienproduktion als auch für die Planung und Realisierung hochwertiger Möbel- und Innenausbau-Unikate. Ein Fokus liegt dabei im Bereich der Gastronomie. Hier punktet die Schreinerei bei ihren Kunden mit individuellen Theken-Unikaten oder selbst entwickelten, sehr stylischen und hochwertigen „Biertischen“ im Materialmix aus Holz und Metall. Dieter Hornung: „Unser Ansatz ist es, traditionelles Handwerk mit den neuesten Technologien für die Holzbearbeitung zu kombinieren. Dies ermöglicht es uns, nachhaltig und skalierbar zu produzieren.“ Und weiter: „Für unsere Aufträge wählen wir vor allem heimische Massivhölzer wie beispielsweise europäische Eiche. Unsere Regionalität spiegelt sich auch in unserer Lieferkette wider: Im Odenwald beheimatet, beziehen wir unser Holz ausschließlich aus den Sägewerken unserer Region.“
Handwerkliches Können trifft moderne Technologien
In Heiligkreuzsteinach trifft leidenschaftliches Schreinerhandwerk auf moderne Software- und Maschinentechnik. Besonders hervorzuheben ist hier der technologische Ansatz des Nestings. Dies ermöglicht eine besonders hohe Materialausbeute und unterstützt den hohen selbst gestellten Anspruch von Hornung und seinem Team an die Nachhaltigkeit der hergestellten Produkte. Dieter Hornung: „Durch Nesting erreichen wir eine optimale Materialausnutzung und einen geringeren Rohstoffverbrauch, was nicht nur nachhaltig ist, sondern auch ganz erheblich Kosten einspart.“
Mit dem Umzug in das neue Firmengebäude hat Dieter Hornung auch kräftig in neue Maschinen sowie eine moderne Werkstattausstattung investiert. Dabei entschied er sich für eine umfangreiche Technologiepartnerschaft mit der Felder Group. Über die gelieferte Maschinentechnik – Nesting-CNC, Kantenanleimmaschine, Breitbandschleifmaschine – hinaus hat das österreichische Unternehmen auch die komplette Absaugung inklusive Verrohrung und Brikettierung für die Schreinerei geplant und umgesetzt.
Leistungsstarke und flexible Nesting-CNC
Herzstück der Produktion ist das CNC-Bearbeitungszentrum Format4 Profit H150. Die 5-Achs-Nestingmaschine ermöglicht über das Formatieren hinaus die rationelle Komplettbearbeitung inklusive aller Bohrungen, Nuten und Verbindungen in meist nur einem Arbeitsgang. Auch lassen sich natürlich Einzelteile beliebig auf Saugern oder Schablonen positionieren und CNC-bearbeiten.
Die Profit H150 arbeitet mit dem integrierten Vakuummanagement Smart Zoning. Für den uneingeschränkten Einsatz der 5-Achs-Spindel steht eine zurückgesetzte Anschlagreihe zur Verfügung. Ein großes Z-Durchlassmaß von 200 mm ermöglich dabei eine flexible Bearbeitung von hohen Werkstücken. Mit dem Standard- sowie einem mitfahrenden Werkzeugwechsler und Pick-up-Platz für ein großes Sägeblatt stehen insgesamt 36 Werkzeugplätze zur Verfügung.
Angesteuert wird die CNC entweder direkt aus der 3D-CAD-Software Pytha oder aber über die CAD/CAM-Software Alphacam. Die beiden Programme sind über eine Schnittstelle eng miteinander verzahnt.
Nachhaltiges und gefördertes Energiekonzept
Als wesentlichen Aspekt der neuen Produktionsstätte hebt Dieter Hornung die Nachhaltigkeit hervor: „Das gesamte Dach unserer neuen Halle ist mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, die jährlich rund 70 000 kWh Strom erzeugt. Damit decken wir fast den kompletten Energiebedarf unserer Schreinerei. Zudem pressen wir unsere Holzabfälle zu Briketts, mit denen wir nicht nur das Gebäude heizen, sondern auch den Neubau unseres Nachbarunternehmens zukünftig über eine Fernwärmeleitung mit Wärme versorgen werden. Das entsprechende Leerrohr ist bereits verlegt. “
Die Absauganlage besteht aus zwei Reinluft-Absauggeräten des Typs RL 350 von Felder. Die abgesaugten Späne werden unmittelbar automatisch einer Brikettierung und die Briketts schließlich über ein Förderrohr dem Lagerraum zugeführt. Gegenüber der Lagerung loser Späne hat das auch brandschutztechnisch Vorteile. Verfeuert wird das Material schließlich in einem Kessel von Heizomat, der über eine Leistung von 100 kW verfügt. Mit diesem werden die Fußbodenheizung sowie ein großer Warmwasserspeicher mit Wärme versorgt.
Diese hohe Energieeffizienz und -autarkie ist nicht nur aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern wird auch erheblich gefördert. Dieter Hornung freut sich: „Um die dazu erforderlichen Formalitäten haben sich die Felder-Spezialisten gekümmert. Das war uns eine große Hilfe und hat sich in kräftigen Einsparungen niedergeschlagen.“
Schreinerteam: Mehr Mitstreiter als Mitarbeiter
Für den engagierten Schreinermeister sind seine Teammitglieder „mehr Mitstreiter als Mitarbeiter“. Jeden Morgen frühstücken alle gemeinsam im Aufenthaltsraum. Donnerstags ist Nudeltag, an dem immer einer für alle leckere Pasta auf den Tisch zaubert. Hornung bietet seinem Schreinerteam zudem viele Freiheiten und Möglichkeiten der Weiterbildung und -entwicklung. Hinzu kommen Teamevents mit Partnern und Kindern. Und, darauf legt er besonderen Wert: „Wir beschließen immer alles gemeinsam im Team.“
Ein LEADER-Projekt im Neckartal-Odenwald-Kreis
Besonders stolz ist Dieter Hornung darauf , mit seiner Schreinerei Holz360° Teil des LEADER-Förderprogramms der Europäischen Union zu sein, das sich der Entwicklung ländlicher Gebiete widmet. „Ein durchdachter Plan für den Neubau und die Erweiterung unserer Produktionsflächen auf 700m², der eng auf die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Region abgestimmt ist, hat uns die Förderzusage eingebracht. Dank der neuen Flächen konnten wir bereits zwei neue Mitarbeiter aus der Region gewinnen. Unser Engagement im Programm wird durch den Verein LEADER-Regionalentwicklung Neckartal-Odenwald aktiv e. V. unterstützt.“